Sonntag, 25. September 2016

Asselt am Hochzeitstag


Am Freitagabend rätseln wir ob wir am Wochenende hinaus schippern werden. Die Wettervorhersage ist super-super um mal in den Wortschatz von Doktor Pinsker zu reden. Die Einzige und wichtigste Frage sei: Kommt Herrli Heim? Dabei schauen wir Frauli an denn die weißt garantiert Bescheid. „Buam, zerreiss eich deshalb nit es Hirn. Er kimmp schô, denn morge haom ma Hochzeitstag!  

Am 24. September laufen wir, unter strahlend blauer Himmel, gegen 10.00 Uhr aus. Es geht Richtung Asselt.
















Der Steg in Asselt ist frei.
Wir müssen an Bord bleiben bis Tramontana fest liegt. Doch heute haben wir die Geduld nicht und hauen eher ab.
 


Lisi hat uns ein neues Spielzeug gekauft. Damit spielen wir bis wir sau müde sind.















Am Nachmittag kommt eine Familie mit einem kleinen Mädchen zum Fischen und macht gleichzeitig einen Picknick. Das kleine Dirndei kommt garlings mal zu uns. Rico ist ganz von ihr an getan. 
In der Hand trägt sie einen Schlüsselbund. „Was hast du da in deiner Hand?“, fragt Lisi ihr. „Oh, das ist Papas Autoschlüssel!“, antwortet die Kleine.





Zum Feier des Tages bekommen wir Würstl und…








 
… die zwoa a Fleischfondue.
Manfred muss zwar öfters zum Aggregat da dies einige Male spontan nicht mehr lauft aber wegen dem schmeckt es ihm trotzdem gut.







Der Sonnenuntergang ist malerisch schön.

 











Vom Bug schaue ich wie Lisi fotografiert und dabei richtet sie die Kamera auch noch schnell auf mich.





Seit kurzem haben wir einen komischen Mittbewohner auf der Tramontana. Er heisst Max. Wenn’s ganz dunkel ist fängt Max an zu leuchten. Im Anfang war uns nicht wohl mit dem Kerl an Bord, doch er bleibt brav in seinem weissen Kasten und dort kann er in alle Farben leuchten wie er mag.



Wie’s der Brauch ist, drehen wir am Vormittag eine Runde mit Lisi.












Wenn wir schon auf dem Rückweg sind, kommt da aus dem Nichts ein Rudel Hunde her. Begleitet von einem Herrn auf einem Radel. Mit denen toben wir ein weilerle und dann rasen sie weiter ihrem Herrli nach.









Wir lungern noch etwas beim Schiff und lassen es uns gut gehen. Herrlich. So ist unsere Hundewelt ganz in Ordnung.












Na ja fast denn irgend etwas ist mit meinem linken Ohrwaschrl los. Es juckt und beisst. Ich schlage mal mit meinem Kopf doch das bringt nix. Lisi sieht es und schaut rein. „Teifi Bur, host a Zeck im Ohrwaschrl!“ Manfred kommt und schaut auch nach. Lisi hebt mein Kopf und Manfred reisst dieses Sauviech raus. Ha, so ist es besser, beisst zwar noch aber das wird schon.






Viel zu schnell ist es Sonntagnachmittag. Gegen 15.00 Uhr werden wir gerufen an Bord zu kommen. Rico hat überhaupt keinen Lust und haut ab ins Wasser. So einen Schlawiner; was er nicht will, will er nicht.









„Na warte, der kimmp scho wenn i an Motor starte.“ meint Manfred. Und genauso ist es. Wenn Rico hört dass der Schiffsmotor lauft, fetst er ganz schnell her und schreit: „Hé, nit ohne mi foahren!“











                                             Schiff ahoi,

                                       Brandon und Rico.

Sonntag, 10. Juli 2016

Wessem und Umgebung


Endlich! Das wurde auch mal Zeit. Unser Skipper braucht nicht arbeiten und das Wetter ist gut.
Die Bootstasche wird hergerichtet und ab geht’s zum Hafen. Da Manfred schon beizeiten Zuhause war, hat er Tramontana zum Auslaufen vorbereitet. Wenn wir ankommen, können die Leinen los.

Da wir nach Wessem fahren, müssen wir schleusen. Geht nobel. Das erste Mal für Rico und er traut die Sache nicht so. Ich erkläre ihm dass er brav oben bleiben soll und dass ich auf die Frachter aufpasse. Wenn die zu nah komme, belle ich nämlich ganz laut.
Übrigens, der Bursche kann nicht runter da Lisi in „gesichert“ hat.



Der Hafen von Wessem hat tolle Stege. Viel, viel schöner als im Heimathafen. Diese sind aus Holz und damit Pratzen-Freundlich!
In diesem Hafen liegt Freund Henk mit der „Wilma“. Wilma heisst seine Frau und auch sein Boot.




















Lisi hat die Knoten-Wanderkarte studiert und eine Runde ausgesucht. Da es warm wird, gehen wir früh damit wir gegen Mittag zurück sein können. Henk geht mit uns mit.
Unterwegs sehen wir viele Marschtl. Ob die Leut‘ früher in dieser Gegend so lob gewesen sind, dass sie so viele Kreutzer gebraucht haben, fragen wir uns.

























Der Bauer hat sein ganzes Karottenfeld umgemaht. Alles verfault weil es so lange geregnet hat.




                  








Von der Umgebung sind wir begeistert.
































Die Schützen schiessen hier in der Luft. In der Ferne sieht man die Stecken stehen. Querlatten dran wo kleine Blöckchen drauf sind. Die sollen runter geschossen werden.


Unsere Wanderung führt an dem Dörfchen Thorn vorbei. Kurz vor wir da sind müssen wir über einen Radelweg gehen. Auf einmal erschrecke ich. Da düsst ein Radelfahrer an uns vorbei als ob seine Schwiegermam hinter ihm her sei. „He‘, du kannst du deine Glock nicht benutzen damit wir Bescheid wissen!“ ruft Lisi ihn nach. Er bremst, dreht sich um und meint: „Ihr geht ja mitten auf dem Radelweg.“ „Wir waren schon auf Seiten gegangen wenn du ein Zeichen gegeben hättest wie es sich gehört. Hast schon in der Volkschul gelernt. Wohl geschlafen während dem Unterricht!“ lautet die Antwort vom Frauli. So der woast Bescheid, denke ich. Er Sagt nix mehr und radelt jetzt weg als ob der Teufel hinter ihn her ist statt nur die Schwiegermam.


Am Dorfrand steht eine grosse Kapelle. Zum Beichten muss man bei der Hintertür sein. Wir brauchen keine Beichte. Schauen trotzdem rein. 
Da müssen viele Sünde begangen seine, laut Kerzen.

Thorn wird auch das weisse Städchen genannt. Lisi erklärt Henk wie es dazu gekommen ist. In dem 12. Jahrhundert war Thorn ein mini Fürstentum unter der Leitung einer Äbtissin und Klosterdamen aus dem Hochadel. Dann kamen die Franzosen. Das war Ende 18. Jahrhundert. Die Franzosen führten eine Steuer auf Grundlage der Fensterfläche ein. Die Hauser in Thorn hatten viele Fenster. Die arme Leute konnten die Steuern nicht zahlen und mauerten die Fenster zu. Die Bevölkerung beschloss die Baumassnahmen zu vertuschen unter eine weisse Kalkschicht. Wenn man gut schaut, kann man die zugemauerte Fenster sehehn.


Da Rico „Terrasse liegen“ üben muss, machen wir eine kurze Pause.













Viel Glück muss auch in dem Stadl sein. Verschieden Häuser haben Schwalbernestel!










Die Dorfskirche seht man gut aus der Ferne. Sie ist sehr schön.






Auf dem Heimweg kommen wir an einem See vorbei wo anscheinend ein neuer Anlege Platz gebaut wird.










Zurück auf der Tramontana bekommen wir ein Fockenorhwascherl und dann machen wir Augenpflege.


























Am Sonntag fahren wir zurück nach Neer. Es ist schwülwarm. 
Während der Fahrt liege ich unter Darons Bank, wie früher. Rico sitzt zuerst nebenbei, dann legt auch er sich hin.
Es ist schon rar Daron nicht mehr da oben auf der Bank zu wissen….




Schiff Ahoy,

Brandon und Rico.